Helden der Straße

Hans Bendiks war mit dem Auto in seinem Heimatort Baumholder unterwegs. Da fiel ihm plötzlich ein umgekippter Transporter mitten auf der Fahrbahn auf. Was war passiert?

“Es waren weder Warndreieck noch Polizei oder Feuerwehr zu sehen. Das und die Tatsache, dass der Verkehr einfach weiterlief, machten mich stutzig”, so der 73-Jährige: “Dass da noch Personen drinnen waren, schien mir unvorstellbar.” Er parkte seinen Wagen und ging zum Transporter, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

An der Unfallstelle angekommen, realisierte Hans Bendiks, dass sich tatsächlich jemand im umgekippten Transporter befand. Dann schaute er nochmal genau nach und sah eine weitere ältere Person. “Ich rief dem Mann eindringlich zu: Mach schnell den Motor aus.” Nachdem er dies vollbracht hatte, kam er auch oben zur Tür herausgeklettert.

Erst im Nachhinein konnte sich Hans Bendiks die Entstehung der Situation erklären: “Nachdem sich auch die zweite Person befreit hatte, sah ich einen weiteren Transporter, der offensichtlich den abbiegenden Wagen getroffen hatte und geradeaus weiter über eine kleine Mauer hinabgestürzt war.” Als er dann festgestellt hatte, dass bei dem anderen Fahrzeug bereits Menschen halfen, konzentrierte er sich auf die weitere Absicherung der Unfallstelle.

Die Arbeit war für den 73-Jährigen damit aber noch nicht getan: Denn das Fahrzeug stand noch immer mitten auf der Straße. Deswegen leitete der Rentner die ankommenden Autos an dem Transporter vorbei. Dann traf die Polizei ein, bedankte sich und übernahm alles Weitere.

Für seinen umsichtigen und selbstlosen Einsatz verleihen Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) Hans Bendiks den Titel “Held der Straße” des Monats Februar 2020.

Ralf Loweg

14-jähriges Mädchen stirbt nach Messerattacke – 27-Jähriger festgenommen

Nach einem Angriff auf zwei Mädchen in der Gemeinde Illerkirchberg im baden-württembergischen Alb-Donau-Kreis ist eine 14-Jährige Deutsche mit türkischen Migrationshintergund ihren Verletzungen erlegen. Das teilte das Polizeipräsidium Ulm mit. Ein 27-jähriger Tatverdächtiger soll zuvor die Kinder am Montagmorgen auf dem Weg zur Schule mit einem Messer angegriffen haben.

Was war genau passiert?

Gegen 7.30 Uhr hatten Zeugen der Polizei gemeldet, dass in Oberkirchberg zwei Mädchen angegriffen und verletzt worden seien. Der alarmierte Rettungsdienst kümmerte sich sofort um die 13 und 14 Jahre alten Mädchen und brachte sie in Kliniken. Dort verstarb die 14-Jährige im Laufe des Tages. Die noch laufende Obduktion soll nähere Hinweise auf die genaue Todesursache geben.

Die Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf. Sie erfuhr, dass der Angreifer aus einer benachbarten Asylbewerberunterkunft gekommen und nach der Tat dorthin wieder geflüchtet sei. Als die Polizei diese mit Spezialkräften durchsuchte, traf sie dort auf drei Bewohner, alle Asylbewerber aus Eritrea. Zwei nahm sie mit zur Dienststelle. Der Dritte war verletzt und musste in ärztliche Behandlung.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurden die Mädchen vermutlich mit einem Messer angegriffen. Die Mädchen waren zu dieser Zeit auf dem Weg zur Schule. Die 14-Jährige musste nach dem Angriff noch am Tatort wiederbelebt werden, bevor sie in die Klinik gebracht wurde, wo sie trotz aller ärztlichen Bemühungen verstarb. Auch die 13-Jährige, ebenfalls eine deutsche Staatsangehörige, musste schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt in einer Klinik behandelt werden.

Der 27-Jährige, der verletzt in der Unterkunft angetroffen wurde, steht im Verdacht, die Mädchen angegriffen zu haben. Bei ihm fand die Polizei auch ein Messer, welches als Tatwaffe in Betracht kommt. Der Verdächtige befindet sich aktuell unter polizeilicher Bewachung in einem Krankenhaus.

Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei, weshalb es zum Angriff auf die beiden Mädchen kam und ob der Tatverdächtige und die beiden Mädchen sich vorher kannten.

Die Polizei betont, dass sie sich bewusst ist, dass Ereignisse dieser Art Ängste und Emotionen schüren. Sie bittet daher darum, keinen Generalverdacht gegen Fremde, Schutzsuchende oder Asylbewerber allgemein zu hegen oder solchem Verdacht Vorschub oder Unterstützung zu leisten.

red